Leblos (Thomas M. Mayr)
Stammbaum (Thomas M. Mayr)
wieder nichts
wieder
blutet die seele aus
liebe auf dem sprung
geschundene hoffnung
leblos

und wieder
stoßen instrumente in den schoß
injizieren fremde augen
gefrorene eier
alternde hoffung
wider das nichts
leblos

himmelschreiend
ergießt sich pechschwarze lava
über jeden prallen bauch
ratten des zweifels
nagen an meinem geschlecht
will ich dich noch
wer will mich noch
hormonell verquer verklebt brutlos
gepeitschte hoffnung
leblos

unter dem wunden blick
der ahnen
reißt die kette
göttergrollend
den tod in mir tragend
welke hoffnung
leblos

zwischen den gespenstern
meiner sich windenden Gedanken
sehe ich
heute erstmals
in deine trauernden augen
spüre wellenrauschen
spüre

leb' los
wider das nichts


Mein Herz schaut einen Apfelbaum.
Kernige Früchte schmücken ihn.
Nicht weit vom Stamm
fallen zugleich
liebliche Birnen
von gepfropftem Zweig;
Kindern gleich mit krausem Haar.